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Der Popo lenkt mit

Vollbremsungen, quietschende Reifen, saubere Drifts und Slalom auf Zeit – klingt nach reichlich Spaß. Und genau das ist das  BMW Aufbau-Fahrertraining am Münchener Flughafen auch.

Auf dem Trainingsgelände ”spielen” maximal zehn Teilnehmer pro Gruppe
Richtiges Sitzen und Lenken gewährleisten optimale Wagenbeherrschung

Treffpunkt Mövenpick Hotel unweit des Münchener Flughafens. Und zwar in aller Herrgottsfrüh, um acht Uhr morgens. Okay, bis halb neun gibt uns unser Instruktor Josef Urbanek Zeit, um das Frühstücksbuffet zu leeren, bis es in dem kleinen Konferenzraum um die Theorie geht. Mit Kaffee und Croissants gestärkt geht’s etwa eineinhalb Stunden um Sitzposition, Fahrphysik und Reaktionsgeschwindigkeit. Ein Wort das unser erfahrener Instruktor häufiger benutzt ist Popologie. ”Denn nur wer richtig sitzt und lenkt, der fühlt im Sitz, was das Auto macht”, erklärt uns der Mann, der seit 40 Jahren bei BMW ist. Wer jetzt mit den Augen rollt – ja, ja Sitzposition, Lenkradhaltung, gähn! – dem sei nur soviel gesagt: die Jungs, die richtig gut Auto fahren können, sprich Rallye-Piloten, sitzen mit aufrechter Rückenlehne und angewinkelten Armen vor ihrem Lenkrad. Von wegen ”einarmige Kampfkralle” am oberen Lenkradkranz oder ”coole” Liegestuhleinstellung des Sportsitzes. Wir haben’s ausprobiert, denn nach der Theorie ging’s per Shuttle zum Flughafengelände. Zwischen zwei Hangars standen unsere silbernen 330i Limos. Vollgetankt, gewaschen und bereit, malträtiert zu werden.

Lenken & Sitzen

Auch hier ging’s mit den Basics los: Sitzen und Lenken. Erste Fahrversuche mit dem schnellen Gerät erledigten die fünf Limousinen mit je zwei Trainingsteilnehmern im Slalomparcours. Richtiges Umgreifen und die lockere, entspannte Sitzposition helfen bei wiederholten, schnellen Richtungswechseln. 

»Perfekter Spielplatz für Quertreibereien«

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Vollbremsung

Danach geht’s ab in eine enge Pylonengasse, Vollbremsungen stehen auf dem Programm. Aus 50, 60 und 70 km/h bringt jeder Teilnehmer seinen E90 rapide zum Stehen. ”Ihr müsst richtig aufs Pedal draufhaun’, deswegen ist die steil eingestellte Rückenlehne als Stütze auch so wichtig”, erklärt Urbanek. Nach einigen Vollbremsungen beider Kursteilnehmer pro BMW geht’s zur nächsten Trainingseinheit: dem Ausweichen. Am Ende der Pylonenreihe steht jetzt ein Hütchen, das es zu umfahren gilt. Und erst in letzter Sekunde deutet uns der Instruktor, ob wir rechts oder links vorbei sollen. Schon recht anspruchsvoll, die Schürzen des 330i tragen teilweise Pylonenabrieb als Kampfspuren.

Die Blickrichtung und der Lenkeinschlag ist hier das A und O! Nach dieser Einheit geht’s erstmal zurück ins Hotel zum Mittagessen. 

Die Kreisbahn!

Frisch gestärkt erklimmen die Zweierteams wieder ihre BMW, am Nachmittag steht erstmal die Kreisbahn auf dem Programm. 

Grinsende Gesichter blicken den Instruktor an, jeder freut sich auf das ausbrechende Heck des 258 PS starken Dreiers. Aber vor der Kür kommt noch die Pflicht, erstmal gilt es ein untersteuerndes Fahrzeug abzufangen. Also DSC ausgeschaltet, Kreisbahn bewässert und den tendenziell untersteuernden Dreier durch Lenkkorrektur und Gaswegnehmen wieder auf Kurs gebracht.

Danach steht endlich Driften auf dem Plan. Als Demonstration hämmert Instruktor Urbanek einen perfekten Drift über die 360° der bewässerten Kreisbahn. Mit einem Lächeln erklärt er, dass wir dagegen sofort nach dem Heckschwenk gegenlenken und mit dem Treten der Kupplung und erneuter Lenkkorrektur den E90 stabilisieren sollen. Wird sofort grinsend umgesetzt. Nach der Kreisbahn ist wieder Ausweichen in der Pylonengasse angesagt, diesmal gepaart mit einer Vollbremsung. Bei bis zu Tempo 80 braucht man schon richtig Strecke, bis die Limo unter heftigem ABS-Rubbeln zum Stehen kommt. 

Die nasse Kreisbahn und das komplett abgeschaltete DSC lassen den 330i wahlweise unter- und übersteuern

Ausweichen in der Pylonengasse
Untersteuern richtig abfangen
Präzise lenken ist das Nonplusultra

Slalom

Als letzte Einheit und um alles gelernte unter Stress anzuwenden jagt uns Josef Urbanek über einen Slalomkurs, und zwar auf Zeit. Drei Durchgänge, einmal mit DSC, dann mit teilweise ausgeschalteten elektronischen Zügeln und im letzten Lauf mit komplett abgeschaltetem DSC, das Unter- und Übersteuern des BMW zulässt, durchwedeln wir den Parcours. Jetzt fühlt man den Unterschied, das Popometer hat mächtig dazugelernt. Davon abgesehen macht es einen Höllenspaß, den BMW auch ohne Elektronik zu beherrschen! Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Die gut sechs Stunden im Auto zeigen jedem seine kleinen alltäglichen Fehler und verbessern das Feeling fürs Auto definitiv. Für junge Fahrer bis 25 bietet BMW das Aufbautraining sogar zu vergünstigten Konditionen an. Alle Infos zum BMW Fahrer-Training gibt’s auf http://www.bmw.de

Text: M. Cehak - Fotos: A. Becker

 

»Die 330i Limousinen werden nicht geschont«