Kleine 12V-Kühlschränke oder Kühlboxen fürs Auto sind nichts Neues. Aber habt ihr schon mal versucht, damit sommerwarme Getränke herunterzukühlen? Die Waeco Bordbar bietet Platz für eine 0,5 Liter Flasche und kühlt diese in einer halben Stunde um etwa 8°C unter Umgebungstemperatur ab. Nach einer Stunde sind erfrischende 12°C erreicht. Ein auf 8°C eingestellter Haushaltskühlschrank braucht dafür beinahe die doppelte Zeit! Das mit einem Peltier-Element arbeitende Kühlgerät wird in einer mit Kunstleder überzogenen GFK-Schale geliefert – fahrzeugspezifisch angepasst. Die Montage erfordert keine sichtbaren Bohrungen – die Bordbar wird auf der Beifahrerseite installiert und unten neben der Schaltkulisse sowie oben auf Höhe des Radios eingehakt.
Ausrasten
Dementsprechend müssen die Blenden vorsichtig mit Kunststoffwerkzeug ausgeklipst werden. Vorsicht bei niedrigen Außentemperaturen – Bruchgefahr! Auch wenn der Einbau auf den ersten Blick ganz einfach aussieht, dauert es meist doch etwas länger, als man denkt – vielen Dank an dieser Stelle an die Firma Kahl in Erding für den sachgerechten Einbau. Bei unserem Testfahrzeug, einem Passat B6, erforderte vor allem die Schaltkulissenverkleidung gezielten Krafteinsatz. Außerdem musste die VAG-Universal-Telefonkonsole demontiert und auf die Bordbar umgesiedelt werden. Zum Ausrasten die Konsole am oberen Ende kräftig Richtung Armaturenbrett drücken, unten in den Spalt einen Schraubenzieher einfädeln und abhebeln. Sehr lästig: um die Steckverbindung zu trennen, muss das Handschuhfach ausgebaut werden. Dafür sind sechs Schrauben herauszudrehen, dann das Handschuhfach mit etlichen Kabeln und Rastungen nach unten auszubauen. Anschließend den Halterahmen der Handy-Konsole an geeigneter Position an der Bordbar auflegen und markieren. Dabei auf Kabelverlauf und -länge achten, die Kabel sind nicht beliebig lang! Das große Loch für die Stecker bohrt man am besten mit einem Stufenbohrer. Ein normaler Bohrer und etwas Feilarbeit tun es natürlich auch. Vor allem auf der Beifahrerseite vor dem endgültigen Einbau der Bordbar die Passgenauigkeit der Kante überprüfen, hier kann je nach Fahrzeugmodell etwas Luft sein. Nicht schlimm – Perfektionisten können hier das Kunstleder mit etwas Schaumstoff unterfüttern. Beim Passat muss außerdem die seitliche Blende im Fußraum an zwei Schrauben gelöst und ausgerastet werden. Die Bordbar wird anschließend mit zwei Metalllaschen (später unsichtbar hinter der Blende) und zwei Metallschrauben an der Mitteltunnelverkleidung befestigt – dazu vorher entsprechende Löcher bohren.
Anschließen
Jetzt kommt uns zu Gute, dass das Handschuhfach ausgebaut ist. Ohne Fingerakrobatik mit einer Kabelsonde können wir die zwei Anschlusskabel zum Sicherungskasten auf der Beifahrerseite legen und mit Kabelbindern sichern. Dazu den hinteren Sicherungskastendeckel an drei Nasen aufrasten und abnehmen. Als nächstes Klemme 15 (Zündungsplus) mit einem Prüfer suchen. Kontrollieren, ob bei ausgeschalteter Zündung keine Spannung anliegt! Ideal ist es, wenn, wie beim Passat, unbelegte „15er“ Sicherungssteckplätze vorkontaktiert sind. Dann muss man lediglich einen passenden Kabelschuh auf die zurechtgestutzte Leitung von der Bordbar aufquetschen und einschieben. Dafür muss allerdings vorher das violette Kunststoffgitter auf der Sicherungskasten-Rückseite oben an einer kleinen Nase entriegelt werden – es verhindert, dass eventuell beim Wechseln einer Sicherung die Kabelschuhe herausgedrückt werden können. Als nächstes einfach den Kabelschuh einstecken und nicht vergessen, das Gitter zum Verriegeln nachher wieder hochzuschieben! Flachsicherung rein – fertig! Gibt es bei anderen Fahrzeugen keine passenden vorkontaktierten Steckplätze, die Bordbar mit einem Little-Fuse Adapter oder einer fliegenden Sicherung absichern – das darf man sich auf keinen Fall sparen! Sinnvoll ist es außerdem, sich die Sicherungsnummer samt Funktion auf dem Sicherungskastendeckel zu notieren. Dann den Deckel drauf, das Handschuhfach wieder einbauen – und fertig! Ab sofort gibt es in der heißen Jahreszeit immer ein kühles Getränk! Die Bordbar kann aber auch Heizen – bei maximal 60°C wird kein Kaffee mehr kalt! Übrigens, wer noch etwas mehr basteln will: die Kühleinheit aus der mit PU-Schaum isolierten Aludose, Peltier-Element und Lüfter könnte man auch formschön in GFK-Eigenbauverkleidungen in Mittelkonsole oder Kofferraum einbauen. Einzige Bedingung: frische Kühlluft für das Peltier-Element!
Text/Foto: C. Blumenstengel
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