Du bist hier:
Themen > Dragstrip

8000 PS für ein Donnerwetter

Die 8.000 PS starken Top-Fueler sind Geschosse. Doch auch mit einem Bruchteil der Leistung macht der Dragstrip Spaß!


Funny-Cars gibt es auf der Quartermile als Top Fueler und Top Methanol Racer
In den Sportsman-Klassen geht es darum, eine vorgegebene Zeit exakt einzuhalten

402 Meter klebriger Asphalt und unvorstellbare 8.000 PS – das ist Top Fuel Dragracing. Wer beim Start eines Top-Fuelers direkt neben der Bande steht, wird von der Druckwelle regelrecht zur Seite geblasen. Alleine die Auspuffgase erzeugen nach dem Rückstoßprinzip einige hundert Kilo Abtrieb. Gerade mal vier Sekunden später zieht der Drags-ter den Bremsschirm. Über 500 km/h Spitzengeschwindigkeit! Nach nur 400 Metern! Die PS- Zahlen beim professionellen Dragracing lassen ausgewachsene Supersportwagen zur Lachnummer verkommen. Über fünffache Erdbeschleunigung (g) beim Start, etwa vierfache Erdbeschleunigung beim ”normalen” Beschleunigen und minus sechs ”g” beim Werfen des Fallschirms. Ein einziger Lauf eines Top-Fuelers kostet grob geschätzt über 2.000 Euro. Das kann sich natürlich nicht jeder leisten. Deshalb gibt es beim Dragracing unterschiedliche Klassen, vom ”Public Race”, bis hin zu den professionellen ”Pro”-Klassen mit bis zu 8.000 PS. Je höher die Leistung, desto heftiger explodieren die Kosten. Während die meisten Fahrer in den ”Super”-Klassen mühelos mehrere Saisons mit einem Motor ohne Defekte fahren können, muss der Motor eines Top-Fuelers nach jedem Lauf komplett überholt werden. Ein neuer Motor kann durchaus 80.000 Euro und mehr kosten!

Video-Clip

Amateur-Racing

Aber natürlich muss man nicht gleich notwendiger Weise zehntausende Euros in die Hand nehmen, um beim Drag-Racing Spaß zu haben. Abgesehen von den Profi-Veranstaltungen wie zum Beispiel den Nitrolymp’X gibt es auch immer mehr Amateur-Events, wie zum Beispiel ”Race at Airport” und die ”German Racewars” – um nur die Größten zu nennen. Dort kann jeder antreten, vom Serienauto bis zum krassen Turbo-Umbau. Dabei hat man die Wahl: mehr PS oder weniger Gewicht. Oder beides. So entspricht bei einem 1.300 Kilo-Auto eine 300 Kilo-Diät einer Leistungssteigerung von 60 PS! Deshalb kann man mit einer gut motorisierten, leergeräumten Möhre so manchem teuren Sportwagen die Rücklichter zeigen. Da die Fahrzeuge nicht unbedingt über eine Straßenzulassung verfügen müssen, ist der Kreativität der Konstrukteure keine Grenze gesetzt!   


Die Drag-Racing-Klassen

  • Dragster fahren als Top-Fueler ein Nitromethan-Methanol-Gemisch und leisten bis zu 8.000 PS aus etwa 8,2 Liter Hubraum. Sie schaffen die Viertelmeile in unter fünf Sekunden und erreichen um die 500 km/h. Durch den langen Radstand liegen sie stabiler und sind leichter als die Funny Cars. Die Top Methanol Dragster leisten ”nur” etwa 3.500 PS und sind erkennbar an dem kleineren Frontflügel.
  • Funny Cars gibt es wie die Dragster in der Top Fuel und der Top Methanol Klasse. Durch ihren kürzeren Radstand sind sie schwerer zu beherrschen und ihr höheres Gewicht macht sie langsamer als die Dragster. Deshalb liegen die Top Fuel Funny-Cars über fünf, die Top-Methanoler um sechs Sekunden.
  • Pro Modified Bei den Pro Mods ist fast alles erlaubt – zum Beispiel eine klappbare Karosserie oder Türen. Es darf mit Kompressor oder Lachgas gefahren werden. Kompressor-Motoren dürfen maximal 8,6 Liter Hubraum haben, Lachgasmotoren höchstens 12,1 Liter. Es werden Leistungen um 2.500 PS und Zeiten ab 6,5 Sekunden erreicht.
  • Pro Stock Die Karosserie muss an das Serienfahrzeug erinnern und über funktionierende Türen verfügen – auch ”Doorslammer” genannt. Die Motoren dürfen nicht mehr als 8,2 Liter haben, durch hohe Drehzahlen werden über 1.000 PS erreicht.
  • Sportsman-Klassen Die Viertelmeile muss in einer vorgegebenen Zeit durchfahren werden – auf keinen Fall schneller. Das reduziert den Materialverschleiß und damit die Kosten.

Drag-Termine

Nitrolymp’X
Hockenheimring - 14. bis 16. August 2009
www.dragster.de

GERMAN RACEWARS
BMW + Mini - 24. bis 26. Juli 2009
Season End - 11. bis 13. September 2009
www.german-racewars.com

Race at Airport
Bottrop-Kirchhellen - 2. August 2009
Vilshofen a.d. Donau - 15. August 2009
Leipzig-Special - 4. Oktober 2009
www.race-at-airport.de