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Gut Gelüftet

Sportluftfilter sind oft die erste Tuning-Maßnahme am Auto, die Einstiegsdroge sozusagen. Wir stellen euch die verschiedenen Systeme vor.

Die Hersteller von Sportluftfiltern versprechen teils interessante Leistungssteigerungen, 7 - 15 PS zum Beispiel. Auf der Packung steht aber in der Regel “bis zu” oder “ca.” so und so viel PS Mehrleistung. Das heißt, unter günstigsten Umstä̈nden kann bei manchen Fahrzeugen eventuell diese Mehrleistung erreicht werden. Es ist keine rechtliche Zusage, dass das Fahrzeug anschließend überhaupt mehr Leistung hat. Wer einen offenen Luftfilter falsch, also mit zuviel Warmluftanteil einbaut, kann sogar weniger Leistung haben. Grundsä̈tzlich hängt die erzielbare Leistungssteigerung von den konstruktiven Gegebenheiten des Motors – oder sagen wir besser, des Ansaugtraktes – ab. Strömungsdynamisch hochwertig und sorgfältig konstruierte Luftansaugungen, bei denen der originale Papierfilter das größte Strömungshindernis ist, liefern anschließend naturgemäß mehr Leistung. Lieblos gebaute Luftführungen, die irgendwo in den ü̈brig gebliebenen Platz unter der Haube gequetscht wurden haben da ohne weitergehende Maßnahmen weitaus weniger Potential. Die Auswahl ist riesig, welchen nehmen, welcher bringt am meisten Leistung?

 

Offene Filter

Offene Filter

Offene Sportluftfilter unterscheiden sich abgesehen von Schichtdicke und Oberflä̈che des Filtermaterials nicht so wahnsinnig voneinander. Die Leistungsausbeute steht und fä̈llt hier im Wesentlichen mit der Einbaulö̈sung. Ohne Lufthutzen in der Haube oder die Montage in einem kü̈hlerfernen Bereich direkt hinter der Front im kü̈hlen Staudruckbereich des Fahrtwindes ist die Leistungsausbeute – vorsichtig ausgedrü̈ckt – eher mager. Obwohl der Durchströ̈mungswiderstand durch die große Oberflä̈che reduziert wird. Je nach Ausfü̈hrung strö̈mt die Luft nä̈mlich nur mit etwa 3 - 4 km/h durch den Filter. Das reduziert den Strö̈mungswiderstand immens und der Motor kann ein größeres Luftvolumen ansaugen. Doch wenn Warmluft darunter ist, kann der Fü̈llungsgrad und damit die Leistung sogar schlechter als mit dem Originalfilter sein!

Plattenfilter

Plattenfilter

Die einfachste Änderung am Filtersystem ist der Wechsel des originalen Plattenfilters gegen einen Sportluftfilter. Durch eine spezielle Struktur des Sportluftfilters, meist  werden mehrere Lagen geöltes Baumwollgewebe in einer Alugittereinheit gefaltet, erhöht sich der Luftdurchsatz. Vorteil: geringer Umbauaufwand im Motorraum, ideal für Tuning-Einsteiger.

Airbox

Airbox

Ganz allgemein ist die Airbox der Ort, in dem die Ansaugluft des Motors aufbereitet wird. Hier wird das Ansauggeräusch gedämmt und es findet die Filterung der Ansaugluft statt. Die Airbox ist als verbesserte Alternative zum originalen Ansaugsystem zu verstehen, quasi ein besser platzierter Luftfilterkasten, der meist auch weniger Gewicht auf die Waage bringt als das Serienteil. Moderne, komplex aufgebaute Airboxen optimieren einerseits das Ansauggeräusch und andererseits die Luftströmung für eine verbesserte Verbrennung. Je nach Aufbau wird über eine spezielle Luftfü̈hrung die angesaugte Kaltluft mit einer optimierten Druck- und Geschwindigkeits-Verteilung durch das Filtermaterial geleitet.

Twister

Twister

Der Trick am Twister-Kit ist folgender: eigentlich ist es ein offener Luftfilter in einem Gehäuse und in seiner Form ein spitzer Kegel, an dessen vorderem Ende kleine Luftleiter angebracht sind. Diese Leiter sehen aus wie Turbinenschaufeln, drehen sich aber nicht mit, sondern verwirbeln die Ansaugluft zusätzlich, bevor sie den eigentlichen Filter und dann den Motor erreicht. Kurzum: es kommt zu einer verbesserten Anströ̈mung der Filterfläche, zu zusätzlicher Kühlung durch Kompression der Luft und einer Beschleunigung der Luft in Richtung Brennräume.

Filterreinigung

Die Filter lassen sich mit ein paar Handgriffen ganz einfach von Schmutz befreien. Die meisten Hersteller bieten für ihre verschiedenen Luftfilter extra Reinigungssets an. Je nach Produkt und Einsatz können die Filter bis zu 100.000 km gefahren werden. Die Filter werden zunächst durch Klopfen vom Staub befreit danach mit Wasser und dem Reinigungsmittel behandelt. Danach ordentlich abspülen und trocknen lassen. Als letzten Schritt das erneute Einölen nicht vergessen.


Airbox Einbau

Der originale Luftfilterkasten wird demontiert, dazu ist nur eine Mutter hier rechts zu lösen
Der Faltenbalg mit dem Luftmassenmesser wird etwas tiefer platziert, dass die Airbox optimal sitzt
Der im Lieferumfang enthaltene Silikonschlauch wird mit einer Schelle am Luftmassenmessergehäuse befestigt
Das andere Ende wird mit der Airbox verbunden, die vorher per Lochblech im Motorraum fixiert wurde

 

 

Wir zeigen euch am Beispiel eines BMW Z3 3.0 Coupé den einfachen Einbau der OTA von BMC. Für den Einbau benötigt man nur Schraubendreher, Zange und eine Ratsche mit 10er Nuss. Im Lieferumfang sind neben der Carbon Airbox ein Silikonadapter, ein Luftführungsrohr und Montagematerial enthalten.

Der originale Luftfilterkasten wird als erstes demontiert. Dazu die seitliche Schraube öffnen und den Kasten hinten vom Luftmassenmesser abziehen und vorne unten aushebeln, dann nach oben rausnehmen. Als nächstes den mitgelieferten roten Silikonadapter auf das Luftmassenmessergehäuse stülpen und mit der Schelle fixieren. Dann das andere Ende des Schlauchs mit der OTA verbinden und ebenfalls mit einer Schelle fixieren.

Das mitgelieferte Lochblech so biegen und an einem geeigneten Platz im Motorraum festschrauben, dass die Airbox genug Freigängigkeit hat und mit Platz zur Front frei ansaugen kann. Das Luftführungsrohr kann dann strömungsgünstig vor dem Einlass der  OTA platziert werden.

Achtung beim Einbau: der Ansaugschlauch der Airbox muss so in die Front gefü̈hrt werden, dass die Box kontinuierlich von kalter Luft angeströmt wird. Schlä̈uche dü̈rfen nicht abgeknickt werden. Vorsicht: je nach Fahrzeug muss die Kurbelgehä̈use-Ent- lü̈ftung ü̈ber einen zusätzlichen kleinen Abluftfilter erfolgen.